Archiv des Autors: handlungsfaehig

1. Brief von Anska an Lia

Erster Brief von Anska an Lia

Jahr 53 der neuen Zeit (ca 60 Jahre nach dem großen Krachbumm)

Liebe Lia,

wie geht es dir so, in deinem neuen Distrikt? Bist du gut angekommen und ist alles so interessant, wie du es dir erhofft hattest? Ich freu mich jedenfalls schon sehr darauf, was du erzählst, ich hoffe, du hast bald Zeit und Lust zu schreiben. Ich habe mich in Hannover schon ganz gut eingelebt. Also ich weiß zumindest, wo ich Zutaten zum Kochen bekomme und ich habe auch schon die besten Falafel der Stadt gefunden. Wenn du mich mal besuchen kannst, können wir zusammen da hingehen 🙂

Die Arbeitsteilung ist hier ein bisschen anders organisiert, als zu Hause, so ganz steige ich noch nicht durch. Auf jeden Fall gibt es mehrere Kategorien Produktion & Distribution, Planung & Verwaltung, Reparatur & Entsorgung und vielleicht noch andere? So genau konnte mir das noch niemand sagen. Was mich etwas wundert, weil gleichzeitig alle davon ausgehen, dass jede*r als Richtwert so 4 Stunden ihres Tages damit verbringt und man das wählen kann. Aber der Sinn der Unterteilung scheint nicht so ganz klar zu sein. Vielleicht noch ein Überbleibsel aus der Zeit, als mensch noch dachte, es müsste irgendwie gleichmäßig verteilt sein, zwischen den Menschen und über das Leben hinweg, welche Art von Arbeit jemensch tut. Inzwischen sind sie aber hier dazu übergegangen, das einfach nach Motivation und Bedarf zu vergeben.

Ich habe natürlich, du kennst mich ja, Klärwerk als Wunscharbeitsort angegeben, als ich bei der Willkommensstelle gefragt wurde, ob ich schon etwas arbeiten möchte. Das Klärwerk hier ist echt cool, wir haben ein paar superschöne, abgefahrene Sumpfpflanzen und in einem älteren Teil, der öfter mal verstopft, muss mensch noch richtig in Scheiße rühren. Die Kolleg*innen haben sich ziemlich gefreut, dass ich darauf Bock habe. Sind auch alle ganz nett und gerade sind wir auch recht viele hier.
In den Lebensmittellagern und Verteilzentralen scheint es gerade knapper zu sein, deshalb überlegen auch einige der Kolleg*innen, mal dorthin zu wechseln. Die, die da arbeiten, melden gerade über das lokale Infosystem, dass sie gerade länger und härter arbeiten, als es Spaß macht. Und dass nicht mal genug Zeit ist, sich zwischendurch in Ruhe zuzuhören. Deshalb würden in spätestens 2 Wochen ein paar Zentren schließen und das heißt logischerweise längere Anfahrtszeiten und vielleicht sogar Wartezeiten für alle, was natürlich niemand will. Aber naja, aus der Verwaltung und vom Klärwerk haben ja schon einige gesagt, dass sie gern wechseln, insofern wird es soweit auch nicht kommen.

Ansonsten ist es hier auch noch üblich, sich so ca 2-3 Stunden am Tag mit Sorgearbeiten zu beschäftigen, alte Menschen und Kinder sind hier ganz gut eingebunden und kommen mir recht fröhlich vor. Ich beteilige mich gerade an einem Empathiecafe, was auch ganz schön ist, aber nur 2 mal in der Woche. Ich brauche gerade noch viel Zeit zum Ankommen und Stadt erkunden und Verarbeiten und Schlafen. Und um dich zu vermissen…

Perspektivisch würde ich gern in die Sterbe- und Trauerbegleitung reinschnuppern, ich kann mir vorstellen, dass das interessant für mich wäre und dass ich das auch gut könnte. Mir wurde ja schon zu Hause und auch hier im Empathiecafe schon mehrmals rückgemeldet, dass meine Art, den Raum zu halten, wohltuend für Menschen war, die gerade trauerten.

Naja, ich hör jetzt mal auf, heute Abend ist noch Stadtteilversammlung, zu der ich hinwill. Das Entscheidungssystem hier ist für mich bisher auch noch etwas undurchsichtig. Aber irgendwie scheinen die meisten, die schon länger hier sind, zu finden, dass sie viele Möglichkeiten haben sich einzubringen und ihr Feedback auch gehört und mitbedacht wird. Auf der letzten Versammlung, wo ich war, waren dann allerdings nur 5 Leute und es gab auch gar keine anstehenden Entscheidungen. Da haben wir dann kurz gefeiert, dass anscheinend alles gut läuft und haben uns dann über unsere Leben ausgetauscht. Mal gucken, ob ich heute mehr erleben kann.

In ein paar Wochen gibt es auch noch eine Infoveranstaltung, wo die hiesigen Kreise, Arbeitsgruppen und Systeme erklärt werden, für Leute die neu hier sind oder sich jetzt erst interessieren. Da will ich auch gern hin. Sowas interessiert mich ja immer.

Naja, dies war jetzt eine etwas technische Mail mit ersten Eindrücken. Aber, liebe Lia, wenn du mir etwas Ähnliches schicken wollen würdest, würde ich mich wirklich von Herzen freuen.

Eine dicke Umarmung,

deine Anska

Das etwas andere Schaumbad – ein Nachmittag zur Selbstwertschätzung

am 25. Mai 2019 um 14.00 – 18.30 Uhr in Hannover

Sagst du dir öfter solche Sätze, die anfangen mit „Eigentlich sollte/müsste ich…“, „ich bin zu…“, oder „warum kann ich nicht mal…“? Oder gibt es bestimmte Handlungen, die du immer wieder machst, obwohl du mit ihnen unzufrieden bist? Sich ungenügend zu finden, kann schmerzhaft und lähmend sein.

Hingegen ist es so wohltuend uns mit all unseren Stärken, Widersprüchen, Macken,
Großartigkeiten, Ecken und Kanten sehen und annehmen zu können. Also uns selbst wertzuschätzen, einfach so wie wir sind. Denn dann werden wir innerlich warm und weich, können zur Ruhe kommen und tanken Kraft für alles, was wir tun wollen. Das ist so ähnlich, wie sich ganz auf ein wohliges Schaumbad einzulassen. Und auch wenn ich vielleicht beim Entspannen die von der Selbstkritik schmerzenden Glieder nochmal so richtig spüre, kann ich dann die Gelöstheit, das Wohlwollen und die Wärme der Selbstwertschätzung genießen.

Wir werden an diesem Nachmittag mit angeleiteten Übungen Urteile über uns selbst und unerfüllte Ansprüche, die der bedingungslosen Selbstliebe im Weg stehen, wie Badeperlen auflösen. Wir wollen entdecken was sich dahinter vielleicht Schönes verbirgt, nämlich was uns wichtig ist und was wir uns damit erfüllen wollen. So können wir unser Verhältnis zu uns selbst ins Fließen bringen und wohltuendere Wege im Umgang mit uns selbst finden.

Mit dem Gelernten kannst du jederzeit zu Hause wieder ein Bad einlassen, wenn du Kraft und Selbstwertschätzung brauchst.

Das Schaumbad findet mit maximal 8 Teilnehmer.innen statt.
Das nächste Schaumbad findet statt am Samstag den 25.05.2018, 14.00 – 18.30 Uhr in Hannover.

Kosten:
75 € bei einem mtl Nettoeinkommen über 2.500 €
55 € bei einem mtl Nettoeinkommen bis 2.500 €
45€ bei einem mtl Nettoeinkommen bis 1.200 €

25 € In jedem Workshop bieten wir einen reduzierten Platz an, für Menschen, die sich anders die Teilnahme nicht leisten können.

Wir wissen, dass je nach eigener Situation auch die Lebenshaltungskosten sehr unterschiedlich sind. Wenn du dir den deinem Einkommen entsprechenden Preis nicht leisten kannst, melde dich gern und wir suchen nach einer individuellen Lösung.

Anmeldeverfahren: Schreib zuerst eine Mail an agentur@handlungsfaehigkeit.org. Dann
schicken wir dir die Kontodaten für die Überweisung des Teilnahmebeitrags. Erst wenn
der Beitrag auf unserem Konto eingegangen ist, ist die Anmeldung verbindlich.

 

Empathy Day am 21. Juli: Zugehörigkeit

Welchen Menschen, Zusammenhängen, vielleicht auch Orten oder Situationen fühle ich mich zugehörig? Wie fühlt sich das überhaupt an? Das Vertrauen zu haben willkommen zu sein, so wie ich bin. Das Vertrauen zu haben am richtigen Ort zu sein, da wo ich bin. Das Vertrauen zu haben als die*der, die*der ich bin, beitragen zu können, gestalten zu können, einbezogen zu sein und dafür auch wertgeschätzt zu werden. Sprechen und gehört werden, sichtbar sein und wahrgenommen werden. Das gibt mir Sicherheit und macht mich handlungsfähig. Mich nicht zugehörig zu fühlen, ist sehr schmerzhaft. Fehl am Platz, das Dritte Rad am Wagen, die*der Außenseiter*in. Der Wunsch lieber unsichtbar zu sein, als dass jemandem auffallen könnte, dass ich hier vielleicht nicht hingehöre. Dies kann mich zum Rückzug bringen, in die Verbitterung oder Verzweiflung.

Je nach eigener Geschichte mit dem Bedürfnis kann es für mich leichter oder schwieriger sein, mich als selbstverständlichen Teil dessen zu erleben, wo ich gerade bin und so wie ich gerade bin. Weil das aber so wichtig ist für die Lebensfreude, lohnt sich immer mal wieder die Bestandsaufnahme: Wann und wo fühle ich mich zugehörig? Welche Strategien helfen mir, mich zugehörig zu fühlen? An welchen Stellen möchte ich vielleicht auch meinen Mut zusammen nehmen und etwas Neues ausprobieren, um mein Zugehörigkeitsgefühl zu stärken?

Wir laden dich zu diesem Empathy Day ein, dich mit deinem Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu beschäftigen. Zu feiern, wo es erfüllt ist und die Wärme und Dankbarkeit zu genießen, die daraus entsteht. Und zu betrauern, wo es unerfüllt ist oder in der Vergangenheit war, dem Schmerz Raum zu geben und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit als Motivation zu nehmen, um in der Gegenwart mehr Zugehörigkeit zu erleben und zu schaffen. Ein paar Inspirationen, wie wir uns Zugehörigkeit erfüllen, haben wir hier für dich gesammelt.

Mit dem Empathy Day – einem dezentralen Aktionstag am 21. jeden Monats – wollen wir Bedürfnisorientierung und Empathie verbreiten. Jede*r kann daran teilnehmen, wo sie*er gerade ist und wie sie*er möchte und Zeit hat. Wir widmen jeden Empathy Day einem bestimmten Bedürfnis. Du kannst dich davon anregen lassen oder dir was anderes ausdenken. Lasst uns gemeinsam zu einer bedürfnisorientierten Gesellschaft beitragen!

Empathy Day am 21. Mai: Gelassenheit

Kennst du diesen Ort mitten in dir selbst, wo das brausende Chaos, der Strudel aus Sorgen und To Do’s dich nicht mitzureißen drohen, sondern du zur Ruhe kommst und alles aus einer anderen Perspektive betrachten kannst? Ganz im Hier und Jetzt sein, mit offenen Augen darauf schauen, was in diesem Moment wichtig ist. Zuversicht haben, sich um alles andere dann kümmern zu können, wenn dafür die Zeit gekommen ist. Gelassenheit. Und wir alle brauchen hin und wieder Gelassenheit.

Gelassenheit brauchen wir dann, wenn unsere Gefühle uns zu überwältigen drohen, wenn eine (vielleicht gar nicht so große) Situation uns plötzlich so mächtig einnimmt, als hinge das Leben dran. Wir brauchen dann Abstand, Stille, Ruhe, Raum und vor allem Vertrauen und Zuversicht. Vertrauen, dass keine schlimmen Dinge passieren, wenn ich etwas nicht schaffe, dass ich mir vorgnommen habe. Vertrauen, dass ich mit dem umgehen kann, was danach kommt. Vielleicht brauche ich auch Humor, um über den Wahnsinn zu lachen, dass ich gerade in einer gefährlichen Verkehrssituation fast mein Leben aufs Spiel gesetzt habe, um pünktlich zu einem mir wichtig scheinenden Termin zu kommen. Gelassenheit erlaubt mir, eine Perspektive einzunehmen, um über die nächsten 5 Minuten oder die nächste Deadline hinauszudenken. Und darum nehmen wir uns heute Zeit, mit unserer Gelassenheit in Verbindung zu kommen und vielleicht hast du auch Lust dazu.

Wir laden dich ganz herzlich ein, an diesem Empathy Day dein Bedürfnis nach Gelassenheit zu besuchen. Rauszufinden, was es zur Entfaltung braucht und seine Gegenwart zu genießen. Wir haben hier ein paar Anregungen gesammelt, wie wir unsere Gelassenheit kontaktieren und nähren können.

Mit dem Empathy Day – einem dezentralen Aktionstag am 21. jeden Monats – wollen wir Bedürfnisorientierung und Empathie verbreiten. Jede*r kann daran teilnehmen, wo sie*er gerade ist und wie sie*er möchte und Zeit hat. Wir widmen jeden Empathy Day einem bestimmten Bedürfnis. Du kannst dich davon anregen lassen oder dir was anderes ausdenken. Lasst uns gemeinsam zu einer bedürfnisorientierten Gesellschaft beitragen!

Empathy Day am 21. März: Atmen

Wenn wir über unsere Bedürfnisse nachdenken, fällt uns das Atmen meist nicht unbedingt als erstes ein. So selbstverständlich begleitet es uns. Zu atmen ist so existenziell, dass wir nicht mal 10 Minuten ohne überleben können und gleichzeitig schenken wir ihm oft keine Aufmerksamkeit. Dabei geht unser Bedürfnis nach Atmen über die notwendige Versorgung des Körpers mit Sauerstoff hinaus: mit dem Atem beeinflussen wir unsere Bewegungen; das Atmen ermöglicht uns zu sprechen; wir können nach einem Schreck aufatmen, in einer schwierigen Situation durchatmen, in einen Schmerz hineinatmen und in einem glücklichen Moment (vielleicht lachend) ausatmen. Das Atmen hilft uns innezuhalten und zur Ruhe zu kommen und es hilft uns auch, unser Leben nach unserem eigenen Rhythmus zu gestalten. Um dieses wunderbare Bedürfnis wertzuschätzen, möchten wir ihm den aktuellen Empathy Day widmen. Wir laden dich ein, dich an diesem Tag gezielt mit deinem Atem zu beschäftigen, seine beruhigende, heilende, erfrischende Wirkung zu genießen. Ein paar Anregungen von uns findest du hier.

Mit dem Empathy Day – einem dezentralen Aktionstag am 21. jeden Monats – wollen wir Bedürfnisorientierung und Empathie verbreiten. Jede*r kann daran teilnehmen, wo sie*er gerade ist und wie sie*er möchte und Zeit hat. Wir widmen jeden Empathy Day einem bestimmten Bedürfnis. Du kannst dich davon anregen lassen oder dir was anderes ausdenken. Lasst uns gemeinsam zu einer bedürfnisorientierten Gesellschaft beitragen!

Empathy Day am 21. Januar: Geborgenheit

Seit ich mein rotes Sofa habe mit den hohen Seiten- und Rückenteilen, habe ich einen Ort in meiner Wohnung, an dem ich mir prima Geborgenheit erfüllen kann. Da kann ich mich einkuscheln, wenn ich dieses Bedürfnis auftanken möchte, kann in der Vorstellung oder Erinnerung schwelgen, wie es sich anfühlt ganz behütet und sicher zu sein. Geborgenheit erleben wir oft dort, wo wir vertrauten Gerüchen, Klängen, Orten oder Menschen begegnen, die für uns mit Wohlwollen und Wohlfühlen verknüpft sind. Geborgenheit kann auch bedeuten, Liebe, Zugehörigkeit und (willkommene) Fürsorge zu erleben. Geborgenheit zu erfahren, entspannt, gibt uns Kraft und Vertrauen.

Wenn uns Dinge passieren, die uns verunsichern, aufwühlen oder Angst machen, wenn wir uns allein und ungeschützt fühlen, gerät unser Bedürfnis nach Geborgenheit schnell in den Mangel. Manchmal erinnern wir uns vielleicht auch an Situationen in unserer Kindheit, in denen wir uns Geborgenheit gewünscht, aber nicht bekommen haben. Dies ist mitunter sehr schmerzhaft. Zum Glück haben wir einige Möglichkeiten, uns um unsere unerfüllten Bedürfnisse zu kümmern und einen schmerzhaften Mangel in ein wohltuendes Erlebnis zu verwandeln oder auch vergangene Schmerzen zu heilen. Daher möchten wir am heutigen Empathy Day alle einladen, dem Bedürfnis nach Geborgenheit nachzuspüren und selbst Strategien auszuprobieren, die euch dieses Bedürfnis erfüllen könnten. Unsere Ideen dazu findest du hier.

Mit dem Empathy Day – einem dezentralen Aktionstag am 21. jeden Monats – wollen wir Bedürfnisorientierung und Empathie verbreiten. Jede*r kann daran teilnehmen, wo sie*er gerade ist und wie sie*er möchte und Zeit hat. Wir widmen jeden Empathy Day einem bestimmten Bedürfnis. Du kannst dich davon anregen lassen oder dir was anderes ausdenken. Lasst uns gemeinsam zu einer bedürfnisorientierten Gesellschaft beitragen!

Empathy Day am 21. Dezember: Authentizität

Es gibt in unserem Alltag viele Situationen, in denen es schwer fallen kann authentisch aufzutreten. Das heißt sichtbar zu sein mit dem, wie wir uns fühlen, was wir uns wünschen, wer wir sind oder wer wir sein möchten. Oft befürchten wir, dass uns jemand negativ beurteilen könnte oder wir Erwartungen enttäuschen. Das kann am Arbeitsplatz sein, wo ich mich vielleicht nicht traue zu sagen, dass ich mir Hilfe bei einer Aufgabe wünsche, die mich überfordert. Das kann im Kreis der Familie sein, wo ich mich vielleicht sorge, nicht geliebt zu werden und willkommen zu sein, wenn ich bestimmte tatsächliche oder vermutete Erwartungen nicht erfülle. Es kann selbst in meinen engsten Freundschaften passieren, dass ich denke bestimmte Seiten von mir verbergen zu müssen. In diesen Fällen kommt es uns so vor, als ob wir uns zwischen Authentizität und Harmonie, Zugehörigkeit und Verbindung entscheiden müssen. Doch genau diese Entscheidung fühlt sich oft sehr schmerzhaft und einsam an. Denn besonders intensiv und stimmig fühlen sich gerade die Verbindungen an, in denen ich authentisch sein und mich voll und ganz zeigen kann. Ich möchte diejenigen, die mir nah sind, authentisch wahrnehmen. So wie sie sind. Ich möchte (wenn mir danach zumute ist) mit ihnen teilen, was wirklich in mir ist. Wie schön ist es, wenn ich genau so sein darf, wie ich mich gerade fühle. Wenn ich ermutigt bin, mich nicht zu verstellen oder zu verbergen. Wenn ich die Situation so (mit)gestalte, wie sie mir passt und nicht mich so gestalte, dass ich zu der Situation passe.

Eins der größten Geschenke, das wir uns gegenseitig machen können, ist uns in unserer Authentizität wahrzunehmen und willkommen zu heißen. Uns dazu zu ermutigen, ohne uns durch irgendwelche Erwartungen einzuschränken. Und genau zu diesem Geschenk der Authentizität möchten wir euch am heutigen Empathy Day einladen. Hier findest du ein paar Anregungen, was du tun kannst.

Mit dem Empathy Day – einem dezentralen Aktionstag am 21. jeden Monats – wollen wir Bedürfnisorientierung und Empathie verbreiten. Jede*r kann daran teilnehmen, wo sie*er gerade ist und wie sie*er möchte und Zeit hat. Wir widmen jeden Empathy Day einem bestimmten Bedürfnis. Du kannst dich davon anregen lassen oder dir was anderes ausdenken. Lasst uns gemeinsam zu einer bedürfnisorientierten Gesellschaft beitragen!

Empathy Day am 21. November: Wertschätzung

Hast du heute schon Wertschätzung bekommen? Gibt es etwas, für das du dir Wertschätzung wünschst? Wenn andere uns sagen, wie wir ihnen etwas Gutes getan oder wie wir ihr Leben bereichert haben, kann das wie wohltuender Balsam sein, der innerlich wärmt und gleichzeitig erfrischt. Wir sind es leider gewohnt, mehr das zu sehen und auszudrücken, was uns nicht gefällt, was uns stört. Aus dieser Perspektive in die Welt zu schauen, macht sie grauer und trister.

Hast du Lust jetzt gerade mal zu überlegen, was dir in den letzen 24 Stunden Schönes begegnet ist? Vielleicht hat dir jemand etwas Gutes getan, oder du hast etwas gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt, das dich angenehm berührt hat? Vielleicht hast du auch eine kleinere oder größere Sache für jemanden gemacht und bist damit wahrgenommen worden? Wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf lenken, gibt es um uns herum immer wieder bereichernde Begegnungen, Eindrücke, Erlebnisse. Diese Momente bewusst wahrzunehmen und wertzuschätzen, kann eine tiefe Freude bringen und das Leben bunter und reichhaltiger machen, auch oder gerade dann, wenn vieles andere sich anstrengend und belastend anfühlt. Denn die bewusste Wertschätzung dessen, was mich bereichert, was mir und anderen wohltut, gibt mir Energie, macht mich größer und selbstbewusster, handlungsfähiger. Auch anderen meine Wertschätzung auszudrücken ist meist ein großes Geschenk, denn wir alle brauchen Wertschätzung.

An diesem Empathy Day laden wir dich ein, deinen Blick immer wieder auf das zu lenken, was dich freut und wahrzunehmen und auszudrücken, wie sich das anfühlt. Und ebenso dazu, in dich hinein zu fühlen, wofür du dir Wertschätzung wünschst und darum zu bitten. Es kann ürigens auch für andere Menschen sehr schön sein, wenn sie eingeladen werden, in ihre Wertschätzung für dich hinein zu spüren. Unsere Anregungen zur Erfüllung dieses Bedürfnisses findest du hier.

Mit dem Empathy Day – einem dezentralen Aktionstag am 21. jeden Monats – wollen wir Bedürfnisorientierung und Empathie verbreiten. Jede*r kann daran teilnehmen, wo sie*er gerade ist und wie sie*er möchte und Zeit hat. Wir widmen jeden Empathy Day einem bestimmten Bedürfnis. Du kannst dich davon anregen lassen oder dir was anderes ausdenken. Lasst uns gemeinsam zu einer bedürfnisorientierten Gesellschaft beitragen!

Wenn dir der Empathy Day gefällt, dann erzähl doch auch anderen davon oder leite die Einladung weiter! Und erzähl uns gern in einem Kommentar von deinen Erfahrungen mit dem Empathy Day zum Thema Wertschätzung.

 

 

Suchst du noch ein Weihnachtsgeschenk?

 

Wie wäre es, eine Portion Selbstwertschätzung zu verschenken? Das geht z.B. mit unserem „etwas anderen Schaumbad – ein Nachmittag zur Selbstwertschätzung“. Dafür gibt es Gutscheine, die unter jeden Weihnachtsbaum passen oder auch in die Neujahrspost. Eingelöst werden können die Gutscheine zu verschiedenen Terminen, wenn wir diesen Workshop geben. Das nächste Mal am 10.2.2018 in Berlin.

Der Workshop bietet etwas, was es in unserer Gesellschaft selten gibt: einen Nachmittag lang Raum für wohltuende Selbstwertschätzung. Raum dafür uns selbst zu mögen, so wie wir sind. Mit dem, wie  wir sind und dem, was wir tun, einverstanden zu sein. Uns rundum und bedingsungslos in Ordnung finden. Mehr noch: uns über uns selbst zu freuen. Dabei können die Übungen, mit denen wir an diesem Nachmittag dahin kommen, sich auch Zuhause wiederholen.

Du suchst etwas, das zeitlich und örtlich flexibler einlösbar ist? Wie wäre es mit 1 Stunde empathischem Zuhören am Telefon als Weihnachtsgeschenk? Auch dafür kannst du Gutscheine bei uns bekommen.

Wenn du einen der Gutscheine erwerben möchtest, schreib einfach eine Mail an agentur[ätt]handlungsfaehigkeit.org.

Die Preise folgen derselben einkommensabhängien Staffelung als wenn du für dich selbst das Angebot buchen würdest. Du findest sie in den oben verlinkten Posts.

 

 

Mit dir zu reden ist sinnlos!? – Was tun bei Konflikten

Workshop in Kooperation mit Projector Communication GmbH

vom 3. November 10 Uhr bis 5. November 16:30 Uhr in Basel

In unserem Alltag steckt jede Menge Konfliktpotential. Wenn man zusammenarbeitet, unter einem Dach lebt oder eine enge emotionale Beziehung pflegt, sind Streitpunkte oder offene Konflikte oft schwierig zu klären. Frust macht sich bei den Beteiligten breit und keiner hat mehr Lust, daus Thema wieder und wieder anzusprechen – es ändert sich ja doch nichts.


In diesem dreitägigen Seminar machen wir Sie mit Kommunikationstechniken zur Vorbeugung und Lösung von Konflikten vertraut. In einer Mischung aus Theorie und viel Übungszeit lernen Sie anhand eigener Beispiele, Ihre eigenen Bedürfnisse in Konflikten zu kommunizieren und gleichzeitig eine wertschätzende und wohlwollende Verbindung mit dem Anderen zu haben. Wenn wir uns auf die Perspektive des Gegenübers einlassen und unsere eigenen Bedürfnisse dabei im Auge behalten und ausdrücken können, eröffnen sich auch in angespannten Konfliktsituationen zahlreiche, oft überraschende Wege für beide Seiten.

In diesem Workshop wollen wir:

• die Grundlagen der Vorbeugung und Lösng von Konflikten kennenlernen
• den Umgang mit starken Gefühlen – wie Ärger, Ängste, Wut – üben
• den Ansatz an Beispielen aus dem eigenen Alltag ausprobieren

Organisatorisches

Die Gruppe von maximal 20 TeilnehmerInnen wird von 2 Trainerinnen betreut, so dass alle Zeit und Raum für praktische Übungen haben.

Kosten

480 CHF pro Person plus 10 CHF für die Eventbrite Abwicklung, Pausengetränke werden gestellt, Übernachtungen und Mahlzeiten sind nicht inkludiert.

Anmeldung
Die Anmeldung und Zahlungsabwicklung erfolgt über Eventbrite, hier ist der Link zur Anmeldung.